Cold Brew selber machen - so gelingt das Grundrezept

Linda Brenner .

24. Juli 2026

Ein Glas mit Eiswürfeln und cremiger Milch, die sich in dunklem Kaffee wirbelt. Perfekt für alle, die **cold brew selber machen** wollen.

Ein guter Cold Brew braucht weder Spezialgerät noch Barista-Ausbildung, sondern vor allem grob gemahlenen Kaffee, gutes Wasser und Zeit. Wer Cold Brew selber machen möchte, bekommt mit dem richtigen Verhältnis eine milde, süßliche Basis für Eisgetränke, Milchkaffee oder Cocktails. Hier zeige ich ein verlässliches Grundrezept, erkläre Mahlgrad und Ziehzeit und räume mit den häufigsten Fehlern auf.

Mit diesem Grundprinzip gelingt Cold Brew zuverlässig

  • Verhältnis: 100 g grob gemahlener Kaffee auf 1 l Wasser ergeben eine trinkfertige Basis.
  • Ziehzeit: Bei Raumtemperatur reichen meist 12 bis 16 Stunden, im Kühlschrank eher 16 bis 24 Stunden.
  • Mahlgrad: Das Kaffeemehl sollte deutlich gröber als für Filterkaffee sein, ungefähr wie bei einer French Press.
  • Filtern: Ein Sieb entfernt die groben Partikel, ein Papierfilter sorgt für ein klares Getränk.
  • Aufbewahrung: Gut verschlossen und gekühlt bleibt Cold Brew etwa 3 bis 5 Tage aromatisch.

Was Cold Brew anders macht

Bei Cold Brew wird das Kaffeemehl nicht mit heißem Wasser übergossen, sondern über viele Stunden in kaltem oder zimmerwarmem Wasser extrahiert. Dadurch entsteht ein Kaffee mit weniger wahrgenommener Säure, weicherem Körper und oft deutlich mehr Süße. Das bedeutet allerdings nicht, dass jede Bohne automatisch mild schmeckt. Eine sehr fruchtige oder dunkle Röstung bleibt auch kalt eindeutig erkennbar.

Der entscheidende Unterschied zu Eiskaffee liegt in der Zubereitung. Eiskaffee basiert meist auf heiß gebrühtem Kaffee, der anschließend abkühlt oder über Eis gegossen wird. Cold Brew wird dagegen von Anfang an kalt angesetzt. Ich mag diese Methode besonders an warmen Tagen, weil die vorbereitete Kanne morgens bereits fertig ist und nicht verwässert schmeckt.

Cold Brew selber machen mit einem einfachen Grundrezept

Kaffee wird in ein Glasgefäß gegeben, um cold brew selber machen zu können. Rechts tropft der fertige Kaffee in das untere Glas.

Für den Einstieg empfehle ich eine trinkfertige Mischung im Verhältnis 1:10. Sie ist unkompliziert, lässt sich direkt auf Eis servieren und verzeiht kleine Ungenauigkeiten besser als ein sehr starkes Konzentrat.

Das brauchst du für etwa 1 Liter

  • 100 g Kaffeebohnen, grob gemahlen
  • 1 l kaltes oder zimmerwarmes Wasser, möglichst weich und geschmacklich neutral
  • eine große Karaffe, ein Schraubglas oder eine French Press
  • ein feines Sieb und idealerweise einen Papierfilter

Die Zubereitung in fünf Schritten

  1. Mahle den Kaffee sehr grob. Zu feines Pulver macht das spätere Filtern mühsam und kann Bitterkeit fördern.
  2. Gib das Kaffeemehl in das Gefäß und gieße das Wasser langsam darüber.
  3. Rühre kurz um, damit alle Partikel vollständig benetzt sind. Mehr braucht es nicht.
  4. Decke das Gefäß ab und lasse die Mischung 12 bis 16 Stunden bei Raumtemperatur oder bis zu 24 Stunden im Kühlschrank ziehen.
  5. Filtere zuerst durch ein Sieb und danach durch einen Papierfilter. Kühle den fertigen Cold Brew und serviere ihn mit Eis.

Für ein Glas verwende ich zunächst etwa 150 ml Cold Brew auf Eis. Ist der Geschmack zu intensiv, verdünne ich mit 30 bis 60 ml Wasser. Milch, Haferdrink oder Tonic passen ebenfalls gut, verändern aber die Wahrnehmung von Süße und Säure deutlich.

Kaffee, Wasser und Ziehzeit richtig abstimmen

Das Verhältnis entscheidet stärker über die Stärke als die Ziehzeit. Eine längere Extraktion macht den Kaffee nicht einfach nur „stärker“, sondern kann auch mehr herbe und trockene Noten lösen. Deshalb stelle ich zuerst die Dosierung ein und verändere die Ziehzeit nur in kleinen Schritten.

Variante Verhältnis Kaffee zu Wasser Ziehzeit Geeignet für
Trinkfertiger Cold Brew 1:8 bis 1:10 12 bis 18 Stunden Eis, Wasser, Milch
Cold-Brew-Konzentrat 1:4 bis 1:5 14 bis 20 Stunden Verdünnen, Desserts, Cocktails
Leichte Variante 1:12 10 bis 14 Stunden Sanfter Kaffeegenuss ohne Milch

Für ein Konzentrat nehme ich beispielsweise 200 g Kaffee auf 1 l Wasser und verdünne den fertigen Ansatz später mit ungefähr der gleichen bis doppelten Menge Wasser. Das ist praktisch, wenn ich mehrere Getränke vorbereiten möchte, verlangt aber etwas mehr Gefühl beim Servieren.

Die Bohne macht den Charakter

Helle bis mittlere Röstungen bringen häufig fruchtige und florale Aromen hervor, während mittlere bis dunkle Röstungen schokoladiger, nussiger und kräftiger wirken. Für den ersten Versuch rate ich zu einer ausgewogenen Arabica-Mischung oder einer mittel gerösteten Bohne aus Brasilien oder Kolumbien.

Die Bohne muss nicht ausdrücklich als „Cold Brew Kaffee“ verkauft werden. Entscheidend sind Frische, Qualität und ein passender Mahlgrad. Sehr ölige, extrem dunkle Röstungen können im kalten Ansatz schwer und rau wirken, während sehr helle Bohnen mehr Zeit oder eine etwas höhere Dosierung benötigen.

Wasser ist kein Nebendarsteller

Leitungswasser funktioniert, wenn es angenehm schmeckt. Bei stark kalkhaltigem oder chloriertem Wasser wird das Ergebnis schnell stumpf. Ich verwende deshalb gern gefiltertes Wasser, besonders wenn die Bohnen feine Fruchtnoten zeigen sollen.

Welche Zubereitung zuhause am besten passt

Die klassische Immersion-Methode ist für die meisten Haushalte die beste Wahl. Das Kaffeemehl liegt während der gesamten Zeit im Wasser, und die Zubereitung gelingt in einer Karaffe, einem Schraubglas oder einer French Press. Eine spezielle Cold-Brew-Kanne ist bequem, aber kein Muss.

Methode Vorteil Nachteil
Schraubglas oder Karaffe Günstig und überall verfügbar Filtern kann etwas länger dauern
French Press Einfaches Abseihen durch den Stempel Feine Partikel bleiben manchmal im Getränk
Cold-Brew-Kanne Sauberes Arbeiten und wiederverwendbarer Filter Zusätzliche Anschaffungskosten
Cold Drip Klare, teeartige und elegante Aromen Deutlich aufwendiger und empfindlicher bei der Einstellung

Wer nur gelegentlich Cold Brew trinkt, kommt mit einem großen Schraubglas für wenige Euro aus. Eine gute Mühle ist langfristig wichtiger als das Gefäß, denn ein gleichmäßiger grober Mahlgrad beeinflusst Klarheit und Geschmack spürbar.

Diese Fehler machen den Geschmack kaputt

Zu fein gemahlener Kaffee

Feines Kaffeemehl führt zu einem trüben, überextrahierten Getränk und setzt Papierfilter schnell zu. Wenn der Cold Brew trocken, bitter oder schlammig wirkt, ist der Mahlgrad mein erster Prüfpunkt. Gröber mahlen und die Ziehzeit zunächst beibehalten ist meist die sinnvollste Korrektur.

Blindes Verlängern der Ziehzeit

24 Stunden sind kein Qualitätsversprechen. Nach einer langen Extraktion wird der Kaffee nicht automatisch komplexer, sondern oft herber und schwerer. Wenn 12 Stunden zu dünn schmecken, erhöhe ich zuerst die Kaffeemenge oder mahle etwas feiner, statt den Ansatz tagelang stehen zu lassen.

Zu wenig Kontakt mit dem Wasser

Schwimmt das Kaffeemehl oben auf, werden nicht alle Partikel gleichmäßig extrahiert. Ein kurzes Umrühren direkt nach dem Aufgießen reicht normalerweise. Danach sollte der Ansatz möglichst in Ruhe bleiben, damit nicht unnötig viele Schwebstoffe entstehen.

Unsauberes Arbeiten

Cold Brew wird nicht erhitzt, daher sollte das Gefäß sauber sein und der fertige Kaffee im Kühlschrank stehen. Ich bewahre ihn in einer verschlossenen Glasflasche auf und entsorge ihn, wenn Geruch oder Geschmack ungewöhnlich säuerlich, muffig oder gärig wirken.

Mehr Geschmack aus derselben Basis holen

Die einfachste Servierweise besteht aus Cold Brew, Eis und einem kleinen Schuss Wasser. Für mehr Körper funktioniert Milch oder Haferdrink gut, während Tonic Water eine herbe, spritzige Variante ergibt. Süßungsmittel würde ich erst im Glas zugeben, weil der Kaffee je nach Bohne bereits ausreichend süß wirken kann.

  • Cold Brew Latte: 120 ml Cold Brew, 100 ml Milch oder Haferdrink und Eiswürfel.
  • Cold Brew Tonic: 100 ml Cold Brew auf Eis mit etwa 150 ml Tonic Water auffüllen.
  • Kaffee-Schorle: 100 ml Cold Brew mit 100 ml Mineralwasser und Zitronenzeste kombinieren.
  • Dessert-Variante: Ein kleiner Schuss Konzentrat passt zu Vanilleeis oder Tiramisu.

Beim Koffein gilt ein wichtiger Vorbehalt. Cold Brew ist nicht grundsätzlich koffeinhaltiger als heißer Kaffee, aber eine konzentrierte Rezeptur und große Portionen können deutlich mehr Koffein pro Glas enthalten. Wer empfindlich reagiert, sollte mit einer 1:10-Mischung starten und nicht nur nach dem milden Geschmack urteilen.

Dein verlässlicher Startpunkt für die nächste Kanne

Für den ersten Ansatz würde ich 100 g grob gemahlenen Kaffee auf 1 l Wasser nehmen und ihn 14 Stunden ziehen lassen. Danach filtrieren, gut kühlen und erst im Glas entscheiden, ob Wasser, Milch oder Eis dazukommt.

Schmeckt der Kaffee dünn, erhöhe die Kaffeemenge auf 110 bis 120 g. Wirkt er bitter oder trocken, mahle gröber oder verkürze die Ziehzeit. Genau diese kleinen Anpassungen bringen mehr als ein teures Zubehörteil, denn bei Cold Brew entscheidet am Ende das Zusammenspiel aus Bohne, Wasser, Mahlgrad und Geduld.

Häufig gestellte Fragen

Für einen trinkfertigen Cold Brew eignen sich 100 g grob gemahlener Kaffee auf 1 l Wasser im Verhältnis 1:10. Für ein stärkeres Konzentrat nimmst du 200 g Kaffee auf 1 l Wasser und verdünnst es später mit Wasser.
Bei Raumtemperatur reichen meist 12 bis 16 Stunden. Im Kühlschrank kann der Ansatz 16 bis 24 Stunden ziehen. Eine längere Ziehzeit macht den Kaffee nicht automatisch besser, sondern kann ihn herber und schwerer schmecken lassen.
Das Kaffeemehl sollte deutlich gröber als für Filterkaffee sein, ungefähr wie für eine French Press. Zu feines Pulver erschwert das Filtern und kann zu einem trüben, bitteren oder überextrahierten Getränk führen.
Filtere den Ansatz zuerst durch ein feines Sieb und danach idealerweise durch einen Papierfilter. Bewahre den fertigen Cold Brew gut verschlossen und gekühlt auf. So bleibt er etwa 3 bis 5 Tage aromatisch. Bei ungewöhnlich säuerlichem, muffigem oder gärigem Geruch solltest du ihn entsorgen.
Helle bis mittlere Röstungen bringen häufig fruchtige und florale Aromen hervor, mittlere bis dunkle Röstungen wirken schokoladiger und nussiger. Für den Einstieg eignet sich eine ausgewogene Arabica-Mischung oder eine mittel geröstete Bohne aus Brasilien oder Kolumbien. Gefiltertes Wasser ist besonders bei hartem oder chloriertem Leitungswasser sinnvoll.
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Autor Linda Brenner
Linda Brenner
Ich bin Linda Brenner und beschäftige mich seit 3 Jahren intensiv mit den Themen Kaffee, Tee und Genusskultur. Meine Reise in diese Welt begann eher zufällig, aber schnell entwickelte sich eine tiefe Faszination für die Vielfalt und die Geschichten hinter jeder Tasse. Ich liebe es, die feinen Nuancen verschiedener Kaffeesorten zu entdecken, die Kunst der Teezubereitung zu erforschen und Lesern dabei zu helfen, die Welt des Genusses besser zu verstehen. Dabei lege ich Wert darauf, gut recherchierte und verständliche Informationen zu liefern, die Ihnen helfen, Ihre eigenen Geschmackserlebnisse zu verfeinern und die Kultur rund um Kaffee und Tee neu zu entdecken.
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