Zwei Tassen aus der French Press klingen nach einer einfachen Rechnung, doch „Tasse“ kann je nach Haushalt 125, 200 oder 250 Milliliter bedeuten. Ich zeige, wie du die Kaffeemenge korrekt auf das tatsächliche Wasservolumen abstimmst, welche Einstellung als Ausgangspunkt funktioniert und wie du Geschmack, Mahlgrad und Ziehzeit anpasst.
Für zwei normale Tassen sind 24 bis 27 Gramm Kaffee ein guter Start
- 400 ml Wasser benötigen etwa 24 bis 27 g Kaffee.
- Für zwei kleine Tassen mit 250 ml reichen 15 bis 17 g.
- Ein sinnvolles Grundverhältnis liegt bei 1:15 bis 1:17.
- Verwende grob gemahlenen Kaffee und etwa 92 bis 96 °C heißes Wasser.
- Die Standard-Ziehzeit beträgt 4 Minuten, danach den Kaffee vollständig aus der Kanne ausschenken.

Die passende Menge hängt von der Tasse ab
Meine wichtigste Empfehlung lautet, nicht nach der Anzahl der Tassen, sondern nach dem Wasservolumen zu dosieren. Für zwei große Kaffeetassen mit jeweils 200 ml verwendest du 400 ml Wasser und zunächst 24 g Kaffeemehl. Das entspricht einem Verhältnis von ungefähr 60 g Kaffee pro Liter Wasser.
Bei einer klassischen French Press ist die Angabe „zwei Tassen“ allerdings nicht eindeutig. Viele Hersteller rechnen mit kleinen Kaffeetassen von rund 125 ml. Dann enthält die Kanne nur 250 ml Wasser und du brauchst deutlich weniger Kaffee.
| Getränkemenge | Kaffeemenge | Geeignet für |
|---|---|---|
| 250 ml | 15 bis 17 g | 2 kleine Tassen |
| 300 ml | 18 bis 20 g | 2 kleine Becher |
| 400 ml | 24 bis 27 g | 2 normale Tassen |
| 500 ml | 30 bis 33 g | 2 große Becher |
Ich rechne zu Hause meist mit 200 ml pro Person, weil das der üblichen Trinkmenge näherkommt als die Herstellerangabe einer kleinen „Cup“-Einheit. Prüfe deshalb kurz die Markierung deiner Kanne oder miss das Wasser einmal mit einer Küchenwaage ab.
Meine Ausgangsformel für zwei Personen
Für zwei normale Tassen ist die Kombination aus 400 ml Wasser und 24 g Kaffee ein ausgewogener Startpunkt. Das Ergebnis wird kräftig genug für Milch oder ein Frühstück, bleibt bei einem mittel gerösteten Kaffee aber meist angenehm klar.
Magst du den Kaffee kräftiger, erhöhe die Menge auf 27 g, statt die Ziehzeit stark zu verlängern. Für eine mildere Tasse funktionieren 22 bis 23 g. Die Formel lässt sich einfach übertragen: Pro 100 ml Wasser rechnest du ungefähr 6 g Kaffee.
- 250 ml Wasser: 15 g Kaffee
- 300 ml Wasser: 18 g Kaffee
- 400 ml Wasser: 24 g Kaffee
- 500 ml Wasser: 30 g Kaffee
Eine Waage ist dabei hilfreicher als ein Messlöffel. Ganze Bohnen und gemahlenes Kaffeemehl unterscheiden sich im Volumen, sodass „vier Löffel“ je nach Mahlgrad schnell mehrere Gramm danebenliegen können.
So gelingt die Zubereitung mit der French Press
- Wiege 24 g frisch gerösteten Kaffee ab und mahle ihn grob, etwa wie grobes Meersalz.
- Erhitze 400 ml Wasser auf 92 bis 96 °C. Nach dem Kochen lässt du es ungefähr 30 bis 60 Sekunden abkühlen.
- Gib das Kaffeemehl in die vorgewärmte Kanne und gieße das Wasser vollständig auf.
- Rühre nach etwa 30 Sekunden einmal vorsichtig um, damit alle Partikel benetzt sind.
- Setze den Deckel auf und lasse den Kaffee insgesamt 4 Minuten ziehen.
- Drücke den Stempel langsam und gleichmäßig nach unten und schenke den Kaffee sofort aus.
Das kurze Umrühren ist kein Pflichtprogramm, macht bei kleinen Mengen aber einen spürbaren Unterschied. Ich habe oft erlebt, dass eine schwache Tasse nicht an zu wenig Kaffee lag, sondern daran, dass ein Teil des Kaffeemehls oben trocken schwamm.
Die gesamte Menge sollte nach dem Pressen aus der Kanne. Bleibt der Kaffee auf dem Kaffeemehl stehen, extrahiert er weiter und schmeckt nach einigen Minuten häufig herb oder trocken. Für zwei Personen lohnt es sich deshalb, direkt in zwei Tassen oder in eine kleine Servierkanne auszuschenken.
Was Mahlgrad, Röstung und Wasser verändern
Der Mahlgrad
Für die French Press eignet sich ein grober Mahlgrad, weil das Sieb die Partikel sonst nur unvollständig zurückhält. Ist der Kaffee gleichzeitig bitter und sandig, mahlst du meist zu fein oder drückst den Stempel zu schnell.
Schmeckt die Tasse dünn und wässrig, kannst du zunächst etwas mehr Kaffee verwenden. Erst wenn das nicht reicht, würde ich feiner mahlen oder die Ziehzeit vorsichtig auf 4,5 Minuten verlängern.
Die Röstung
Eine helle Röstung verträgt oft etwas mehr Extraktion und wirkt in der French Press fruchtiger. Bei einer dunklen Röstung starte ich lieber mit 1 bis 2 g weniger Kaffee oder einer etwas kürzeren Ziehzeit, weil Röstaromen schnell dominant werden.
Entscheidend ist auch die Frische. Bohnen, die erst vor wenigen Tagen geröstet wurden, können noch viel Kohlendioxid enthalten und ungleichmäßig aufquellen. Ein Kaffee mit etwa 7 bis 30 Tagen nach der Röstung lässt sich meist unkomplizierter zubereiten.
Das Wasser
Leitungswasser funktioniert, wenn es nicht stark kalkhaltig oder chloriert schmeckt. Bei hartem Wasser wirkt Kaffee oft stumpf, während sehr weiches Wasser die Tasse dünn erscheinen lassen kann. Schon ein guter Tischwasserfilter verändert das Ergebnis manchmal stärker als eine kleine Anpassung der Kaffeemenge.
Diese Fehler machen den Kaffee unnötig bitter
Der häufigste Fehler ist eine zu lange Standzeit in der Kanne. Auch nach dem Herunterdrücken bleibt das Kaffeemehl im Wasser, deshalb sollte der Kaffee sofort vollständig ausgeschenkt werden.
- Zu feines Kaffeemehl führt zu mehr Sediment und oft zu bitterem Geschmack.
- Kochendes Wasser kann feine Röstaromen überbetonen, besonders bei dunklen Bohnen.
- Zu starkes Rühren wirbelt das Kaffeemehl auf und macht die Tasse trüber.
- Langsames Nachtrinken aus der Kanne verlängert die Extraktion unnötig.
- Nur nach Löffeln dosieren erzeugt schwankende Ergebnisse.
Pressst du den Stempel mit Gewalt nach unten, ist das meist ein Hinweis auf einen zu feinen Mahlgrad oder ein verstopftes Sieb. Ich drücke lieber langsam und stoppe, sobald ein deutlicher Widerstand entsteht. Ein wenig Kaffeesatz am Tassenboden ist bei dieser Methode normal und kein Zeichen für eine misslungene Zubereitung.
Mit 24 Gramm findest du schnell deinen persönlichen Treffpunkt
Wenn du zwei normale Tassen zubereiten möchtest, beginne mit 400 ml Wasser, 24 g grob gemahlenem Kaffee und 4 Minuten Ziehzeit. Danach veränderst du immer nur eine Stellschraube. Mehr Kaffee macht die Tasse kräftiger, ein gröberer Mahlgrad macht sie meist milder und sauberer.
Die beste Dosierung ist am Ende nicht eine starre Zahl, sondern der Punkt, an dem Menge, Tasse und persönlicher Geschmack zusammenpassen. Mit dieser Ausgangsformel hast du jedoch eine verlässliche Basis, von der aus sich jede French-Press-Portion ohne Rätselraten anpassen lässt.